WB BRÜCKE HOLZGARTENSTEG
REGENSBURG

1.PRIZE

Der Holzgartensteg Regensburg als Bereicherung des öffentlichen Raums

Der Holzgartensteg ist nicht nur ein logischer Lückenschluss im Verkehrskonzept für die sanfte Mobilität der Stadt Regensburg – er ist wesentlicher Zeil des öffentlichen Raumes.

Im Bestand weist der öffentliche Raum im Bereich Grieser Spitz sowie Maria-Beer-Platz unterschiedliche Nutzungen sowie Qualitäten auf. Wird der Bereich am Grieser Spitz sowohl als Ruhezone, als auch als Sport- und Spielbereich genutzt, so ist die Uferpromenade am Maria-Beer-Platz bereits jetzt vor allem der sanften Mobilität zuzuschreiben (Spazieren, Laufen, Radfahren).

Ziel des Entwurfes war es, die bestehenden Qualitäten des öffentlichen Raumes nicht nur sensibel zu bewahren, sondern sogar zu unterstützen und zu fördern.

Maria-Beer-Platz / Reinhausener Damm

Der Maria-Beer-Platz weist bereits im Bestand eine ablesbare Mittelzone auf, welche Barcodeartig in unterschiedliche Bereiche (Aufenthaltsbereich, Gräser, Bäume) geteilt ist. Derzeit trennt der Geh- und Radweg den Platz vom Wasser. Zudem gelangt man nur über die wiesenbewachsene Böschung zum Wasser und dem attraktiven, uferbegleitenden Pfad. Durch einen ablesbaren Bruch im Bodenbelag wird der Platz bis an die Böschung gezogen. So wird der Platz für querende RadfahrerInnen als Shared Space wahrnehmbar. Im Anschlußbereich an die Böschung wird in Fortsetzung der geschwungenen Formen der Brücke in einer großzügigen Geste sowohl ein Zugang zum Flussufer als auch jener auf den Holzgartensteg angeboten. Die Treppe auf die Brücke öffnet sich zum Platz und bietet mit Sitzstufen eine dem Platz zugewandte Tribüne – Raum um zu sitzen und dem Treiben am Platz zuzusehen. Eine mit Sitzstufen durchzogene Freitreppe über die Böschung zum Uferweg verbindet konsequent den Fluss mit dem Platz.

Im Vorliegenden Entwurf gelingt es RadfahrerInnen so zu leiten, dass sie den Maria-Beer-Platz nicht queren müssen, während FußgängerInnen direkten Zugang dazu haben. RadfahrerInnen, welche von westen her kommen oder dort hin wollen haben eine großzügige Wendemöglchkeit, es kann aber nicht zur Situation kommen, dass diese in hohem Tempo von der Rampe über den Maria-Beer-Platz fahren.

Grieser Spitz

Die Situierung der Brücke, welche beinahe exakt am bestehenden Weg startet, erlaubt es ein Maximum an bestehenden Bäumen zu erhalten. Die Qualität des naturnahen Ufers im Süden am Grieser Spitz wird durch die Situierung der Brücke nicht nur erhalten, sondern durch die entstehende Zonierung als Ruhezone aufgewertet. Die Rampen werden im Anfangsbereich an beiden Seiten angeböscht um auch diese Bereiche mit eingebetteten Sitzstufen nutzbar zu machen. Am Grieser Spitz wird der vorhandene Platz aufgewertet. Podeste, die zum Ufer am Spitz führen, laden zum Verweilen ein. Der Holzgartesteg nimmt hier keinen Raum, stattdessen wird er zu einer niederschwelligen Zonierung sowie einer qualitativen Ergänzung der Nutzungsbereiche herangezogen. Im Bereich des Bolzplatzes wird eine Geländemodellierung zur Trennung des Fuß- und Radweges vom Bolzplatz errichtet. In diese können beidseits Sitzstufen eingelassen werden, sowohl für fußballinteressierte ZuseherInnen als auch für jene, die den Blick aufs Wasser suchen.

Tragwerkskonzept

Als Brückentragwerk ist eine einseitig abgehängte rückverankerte Hängebrückenkonstruktion vorgesehen. Die Haupttragseile aus vollverschlossenen Spiralseilenwerden mit Gabelseilhülsen an 20 m hohe Pylone abgehängt und folgen der S-Form der Brücke. Die Pylone sind direkt innenliegend an der größten Krümmung der S-Form geneigt platziert. Um die Pylonspitze zu fixieren, sowie die durch die Krümmung erzeugte Kraftkomponente auszugleichen, wird in der Winkelhalbierenden die Mastspitze rückverhängt. Die Gründung der Rückverhängung, die Pylone und die Rampenwiderlager werden mit Bohrpfählen bzw. Zuganker im Baugrundverankert.

Der Brückenüberbau besteht aus einem ca. 60 cm hohen geschlossenem Stahlhohlkasten mit Querrippen im Abstand von ca. 4 m. Die Brückenbreite variiert zwischen den Pylonen bei 5m lichter Gehbreite kontinuierlich abnehmend bis zu 4m an den Rampen und Widerlagern. Das obere Blech ist als orthotrope Stahlplatte mit Längsrippen ausgebildet. Durch die torsionssteife Ausführung wird die einseitige Aufhängung des Decks kompensiert. Die S-Form begünstigt dabei durch den Wechsel der Abhängung in Brückenmitte die Torsionslagerung

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